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Ist das Ei noch gut? So funktioniert der Wassertest

Ob ein Ei noch gut ist, lässt sich mit einem einfachen Küchentrick prüfen: dem Wassertest.

Lege das rohe Ei in ein Glas oder eine Schüssel mit kaltem Wasser. Bleibt es flach am Boden liegen, ist es frisch. Sinkt es, richtet sich aber auf, ist es schon älter: bald verbrauchen und gut durcherhitzen. Schwimmt es an der Oberfläche, ist Vorsicht angesagt. Dann ist es nicht mehr für rohe oder weiche Zubereitungen geeignet.

Der Test funktioniert wegen der Luftkammer im Ei. Die Schale ist von winzigen Poren durchzogen. Mit der Zeit entweichen Feuchtigkeit und Gase, Luft strömt nach, und die Luftkammer am stumpfen Ende des Eis wächst. Je älter das Ei wird, desto stärker treibt es nach oben.

Wichtig: Der Wassertest zeigt vor allem die Frische an. Er ist keine absolute Sicherheitsgarantie. Schlage ein älteres oder zweifelhaftes Ei deshalb immer einzeln in eine Schüssel auf und prüfe Geruch und Aussehen, bevor du es weiterverwendest.

Der Wassertest auf einen Blick

Position des Eis im Wasser Geschätzte Frische Was tun
Sinkt und bleibt flach liegen Sehr frisch, etwa eine Woche oder jünger Für alle Zubereitungen geeignet, auch weiches Ei oder pochiertes Ei
Sinkt, die Spitze richtet sich auf Noch gut, aber nicht mehr ganz frisch Zügig verbrauchen
Steht senkrecht am Boden Am Ende der üblichen Haltbarkeit Schnell verbrauchen und vollständig durcherhitzen, zum Beispiel im Kuchen, als hartgekochtes Ei oder im durchgebratenen Omelett
Schwimmt an der Oberfläche Deutlich älter, stark vergrößerte Luftkammer Nicht roh oder weich verwenden. Einzeln aufschlagen, genau prüfen und nur durcherhitzt verzehren. Bei Zweifel entsorgen

Diese Angaben sind Richtwerte. Wie schnell ein Ei altert, hängt stark von der Lagerung ab, vor allem von der Temperatur.

Warum schwimmt ein älteres Ei?

Ein Ei, das schwimmt, hat eine stark vergrößerte Luftkammer. Es ist also nicht mehr frisch.

Direkt nach dem Legen ist die Luftkammer winzig. Die EU-Vermarktungsnormen nutzen sie sogar als Qualitätsmerkmal: Bei Eiern der Klasse A darf sie höchstens 6 mm hoch sein, bei der Kennzeichnung „extra“ höchstens 4 mm.

Über die Wochen verdunstet Wasser durch die Poren der Schale. Luft nimmt seinen Platz ein, die Luftkammer wächst, und die Dichte des Eis sinkt. Irgendwann reicht der Auftrieb aus, damit das Ei an die Oberfläche steigt.

Das heißt nicht automatisch, dass das Ei verdorben ist. Aber je älter ein Ei ist und je schlechter es gelagert wurde, desto vorsichtiger solltest du sein. Für Tiramisu, selbst gemachte Mayonnaise, weiche Eier oder andere Speisen mit rohem beziehungsweise nicht vollständig gegartem Ei ist ein schwimmendes Ei tabu.

Weitere Prüfmethoden

Das Ei am Ohr schütteln

Ein frisches Ei ist beim vorsichtigen Schütteln meist still, weil der Inhalt die Schale gut ausfüllt. Hörst du ein deutliches Glucksen, ist das Ei älter: Das Eiklar ist dünnflüssiger geworden und die Luftkammer größer.

Das Ei einzeln aufschlagen

Das ist die wichtigste Kontrolle, vor allem nach dem MHD oder bei einem auffälligen Wassertest. Bei einem frischen Ei bleibt das Eiklar dickflüssig und kompakt, das Eigelb wölbt sich hoch. Bei einem älteren Ei zerläuft das Eiklar wässriger und das Eigelb wirkt flacher. Es kann dann noch verwendbar sein, aber nur vollständig durcherhitzt.

Riecht das Ei faulig, schwefelig oder ungewöhnlich, gehört es sofort in den Müll. Das gilt auch bei rosa, grünlichen oder schwärzlichen Verfärbungen. Und schlag ein zweifelhaftes Ei nie direkt in den Teig: Ein einziges verdorbenes Ei kann den ganzen Kuchen ruinieren.

Was sagt das Datum auf der Packung?

Eier tragen kein Verbrauchsdatum, sondern ein Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD. Es liegt bei Eiern in der Regel spätestens 28 Tage nach dem Legen. Daraus ergibt sich ein praktischer Trick: MHD minus 28 Tage ergibt ungefähr das Legedatum.

In Deutschland helfen drei Regeln beim Einordnen:

  1. „Extra“ oder „extra frisch“ darf nur bis zum 9. Tag nach dem Legen verwendet werden. Das ist die beste Phase für Speisen, bei denen das Ei roh bleibt oder nur kurz gegart wird.
  2. Seit Ende 2022 dürfen Eier im Handel bis zum 28. Tag nach dem Legen an Verbraucherinnen und Verbraucher abgegeben werden, also bis zum MHD. Vorher war am 21. Tag Schluss; diese Frist wurde EU-weit verlängert, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
  3. Nach dem Kauf gehören Eier in die Kühlung: Der Hinweis, sie zu Hause gekühlt aufzubewahren, ist auf jeder Packung vorgeschrieben. Einmal gekühlt, sollte die Kühlkette bis zum Verbrauch nicht mehr unterbrochen werden.

Ein abgelaufenes MHD ist also kein Wegwerfbefehl. Ein gut gelagertes Ei ist oft noch verwendbar, wenn es den Wassertest und die Kontrolle beim Aufschlagen besteht. Nach dem MHD solltest du es aber nur noch vollständig durcherhitzt verwenden. Verzichte dann auf selbst gemachte Mayonnaise, Tiramisu, weiche Frühstückseier und alles, wobei das Ei roh bleibt.

Was der Unterschied zwischen den beiden Datumsarten genau bedeutet, erklärt unser Artikel MHD oder Verbrauchsdatum: der Unterschied einfach erklärt.

So bleiben Eier länger frisch

  1. Lagere Eier zu Hause am besten im Kühlschrank bei maximal 7 Grad Celsius. Wichtig ist eine möglichst konstante Temperatur.
  2. Lege sie nicht in das Türfach. Dort schwankt die Temperatur bei jedem Öffnen stärker als im Inneren des Kühlschranks.
  3. Lass die Eier im Originalkarton. Er schützt vor Stößen, vor Fremdgerüchen und davor, dass die Schalen andere Lebensmittel berühren.
  4. Lagere Eier mit der Spitze nach unten. So bleibt die Luftkammer oben und das Ei altert langsamer.
  5. Wasche Eier nicht vor dem Lagern. Das beschädigt die natürliche Schutzschicht der Schale.
  6. Hat ein rohes Ei eine beschädigte Schale, verwende es sofort und nur für vollständig durcherhitzte Speisen.
  7. Hartgekochte Eier mit intakter Schale, die nicht abgeschreckt wurden, halten sich im Kühlschrank bis zu vier Wochen. Abgeschreckte Eier nur etwa zwei Wochen, Eier mit Rissen deutlich kürzer.
  8. Einfrieren geht nur ohne Schale: verquirlt oder getrennt in einem gut verschlossenen Behälter.

Nie wieder eine Eierpackung hinten im Kühlschrank vergessen

Der Wassertest hilft, wenn das Datum unbekannt oder überschritten ist. Noch besser ist es, wenn es gar nicht erst so weit kommt.

In Deutschland entstehen die meisten Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten. Gute Planung und die richtige Lagerung helfen also ganz konkret gegen Verschwendung.

Genau da hilft eine App wie Haltbar Bis. Du scannst den Barcode der Packung, trägst das MHD einmal ein und bekommst rechtzeitig eine Erinnerung. Die ganz frischen Eier kommen ins weiche Frühstücksei, die älteren in Kuchen oder hartgekochte Eier: weniger Verschwendung, ohne unnötiges Risiko.

Das Wichtigste in Kürze

Ein frisches Ei sinkt und bleibt flach am Boden liegen. Ein Ei, das sich aufrichtet, ist älter und sollte bald verbraucht werden. Ein Ei, das schwimmt, ist deutlich älter: nicht roh verwenden, einzeln prüfen und nur vollständig durcherhitzen. Bei Zweifel entsorgen.

Eier tragen ein MHD, kein Verbrauchsdatum. Nach Ablauf des MHD gilt: erst prüfen, dann entscheiden, und nur noch durcherhitzt verwenden.

Für die Lagerung gilt: konstante Kühlung, Originalkarton, Spitze nach unten, nicht waschen und das Türfach lieber meiden.


Quellen: Verbraucherzentrale: Eier, alles zu Lagerung und Haltbarkeit; Zu gut für die Tonne!: Eier; Zu gut für die Tonne!: Lebensmittelabfälle in Zahlen; BfR: Gesundheitliche Bewertung von Salmonellen; Delegierte Verordnung (EU) 2023/2465, Vermarktungsnormen für Eier; Durchführungsverordnung (EU) 2023/2466, Vermarktungsnormen für Eier; Delegierte Verordnung (EU) 2022/2258, geänderte Hygienevorschriften für die Abgabe von Eiern.

Häufige Fragen

Ist ein Ei, das schwimmt, immer schlecht?

Nicht automatisch verdorben, aber deutlich älter: Die Luftkammer ist so groß geworden, dass das Ei nach oben steigt. Schlage es einzeln in eine Schüssel auf und prüfe Geruch und Aussehen. Wenn irgendetwas auffällig ist, weg damit. Ist es unauffällig, nur noch vollständig durcherhitzt verwenden. Für rohes oder weiches Ei ist es tabu.

Wie lange sind Eier haltbar?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum liegt in der Regel bei höchstens 28 Tagen nach dem Legen. Bei durchgehender Kühlung sind rohe Eier oft vier bis sechs Wochen haltbar. Nach Ablauf des MHD gilt: erst prüfen, dann nur noch durcherhitzt verwenden.

Kann man Eier nach dem MHD noch essen?

Häufig ja, denn Eier tragen ein MHD und kein Verbrauchsdatum. Mach den Wassertest, schlag das Ei einzeln in eine Schüssel auf und prüfe Geruch und Aussehen. Danach nur noch vollständig durcherhitzt verwenden, etwa im Kuchen, als hartgekochtes Ei oder im durchgebratenen Omelett. Speisen mit rohem Ei sind dann tabu.

Müssen Eier in den Kühlschrank?

Zu Hause ja, am besten bei maximal 7 Grad Celsius und ohne Temperaturschwankungen. Wechsel zwischen warm und kalt fördern Kondenswasser auf der Schale, wodurch Keime leichter eindringen können. Das Türfach ist deshalb nicht ideal.

Warum darf man Eier nicht waschen?

Die Schale ist porös und besitzt eine natürliche Schutzschicht, die Cuticula. Waschen beschädigt diese Schutzschicht und erleichtert Keimen den Weg ins Innere. Verschmutzte Eier deshalb nicht vor dem Lagern waschen, sondern höchstens kurz vor der Verwendung trocken reinigen und dann gut durcherhitzen.

Funktioniert der Wassertest auch bei gekochten Eiern?

Nein, der Wassertest ist für rohe Eier gedacht. Hartgekochte Eier mit unbeschädigter Schale, die nicht abgeschreckt wurden, halten sich im Kühlschrank bis zu vier Wochen. Abgeschreckte Eier solltest du innerhalb von etwa zwei Wochen essen, Eier mit Rissen deutlich früher.